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Fednot meldet mehr Vorsorgevollmachten in Belgien – 138.619 Mandate im Jahr 2025

Die Zahl der außergerichtlichen Schutzmandate ist 2025 auf 138.619 gestiegen. Fednot sieht den Aufwärtstrend im ersten Halbjahr 2026 bestätigt.

In Belgien werden deutlich häufiger Vorsorgeregelungen getroffen. Nach neuen Zahlen der Föderation des Notariats (Fednot) wurden im Jahr 2025 landesweit 138.619 außergerichtliche Schutzmandate errichtet. Das entspricht einem Zuwachs gegenüber 2024 und etwa einer Verdopplung seit 2021. Fednot veröffentlichte die Bilanz am 10. März 2026 in Brüssel; seither berichten Notariatsstellen über anhaltend hohe Aktivität im ersten Halbjahr 2026.

Kern dieses Instruments ist das Mandat de protection extrajudiciaire. Volljährige bestimmen darin per notarieller Urkunde eine Vertrauensperson, die bei späterer Entscheidungsunfähigkeit Vermögensangelegenheiten führen und in klar umgrenzten Fällen auch über persönliche Betreuung und medizinische Belange entscheiden kann. Für die Wirksamkeit im Bedarfsfall ist die Eintragung im Registre central des contrats de mandat erforderlich. Fednot verweist zugleich auf die Prüfpflicht der Notarin oder des Notars, ob die erklärende Person die Tragweite ihrer Entscheidung versteht.

Regional zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Flandern verzeichnete 2025 den Großteil der Eintragungen. Wallonien und die Region Brüssel-Hauptstadt meldeten Zuwächse, blieben in absoluten Zahlen jedoch hinter Flandern zurück. Nach Angaben aus dem Notariat setzte sich die Dynamik im ersten Halbjahr 2026 fort, insbesondere bei der Registrierung abgeschlossener Mandate im zentralen Register.

Als Treiber nennen Fachleute die Alterung der Bevölkerung, eine größere Bekanntheit des Instruments Vorsorgevollmacht sowie vereinfachte Abläufe bei der Registrierung. Zugleich gibt es Vorbehalte: Weit gefasste Vollmachten ohne klare Kontrollmechanismen können finanzielle und persönliche Risiken bergen. Notarinnen und Notare empfehlen daher, Umfang, Voraussetzungen und Beginn der Befugnisse präzise zu formulieren, etwa durch konkrete Auslöseklauseln, Berichts- oder Doppelunterschriftspflichten.

Für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und behandelnde Ärztinnen und Ärzte ist eine eindeutige Dokumentation entscheidend, damit Entscheidungen rechtssicher umgesetzt werden können. Die belgische Rechtslage setzt hier auf die Kombination aus notarieller Beurkundung und zentraler Registrierung, die im Konfliktfall die Feststellung von Zuständigkeiten erleichtert.

Die Fednot-Daten deuten darauf hin, dass das Mandat de protection extrajudiciaire in Belgien fester Bestandteil privater Vorsorge wird. Der Anstieg auf 138.619 Mandate im Jahr 2025 und die Fortsetzung des Trends im ersten Halbjahr 2026 sprechen für eine wachsende Bereitschaft, Gesundheit und Vermögen vorausschauend zu ordnen – unter der Voraussetzung, dass rechtliche Präzision und Registrierung konsequent beachtet werden.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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