In Flandern und in niederländischsprachigen Schulen der Region Brüssel-Hauptstadt hat die Verwaltung des Vlaams Groeipakket am 26. August 2026 mit der ersten Auszahlung der schooltoeslag für das Schuljahr 2026/27 begonnen. Nach Angaben von Vlaanderen.be erhielten an diesem Tag mehr als 350.000 Kinder die Unterstützungsleistung, was rund 70 Prozent der erwarteten Anspruchsberechtigten entspricht. Ziel ist eine Entlastung von Familien mit niedrigerem Einkommen unmittelbar vor Schulbeginn.
Die Zuteilung erfolgt automatisiert über das Vlaams Groeipakket; ein separater Antrag ist in der Regel nicht erforderlich. Ausgezahlt wird in Phasen: Fälle, in denen bis Ende August noch Informationen wie die Schulinschreibung oder aktuelle Einkommensdaten fehlen, werden laut Mitteilung in weiteren Tranchen Ende September, Ende Oktober oder Ende November bedient. Anspruch besteht für Kinder in niederländischsprachigen Vorschul-, Grund- und Sekundarschulen in Flandern sowie für Schülerinnen und Schüler der entsprechenden Einrichtungen der Vlaamse Gemeenschap in Brüssel. Maßgeblich sind die bekannten Einkommens- und Familienschemata des Groeipakket.
Die praktische Abwicklung erfolgt über die Auszahlungsakteure des Vlaams Groeipakket, darunter der öffentliche Dienstleister FONS sowie private Organisationen. Die Beträge und Einkommensgrenzen werden auf Basis der einschlägigen Verordnungen festgelegt; die methodische Auslegung ist in den Toelichtingsnota dokumentiert. Für Familien mit Wohnsitz außerhalb Flanderns kann es, sofern Kinder eine von der Vlaamse Gemeenschap anerkannte Schule in Brüssel besuchen, zu zusätzlichen Datenabgleichen zwischen den zuständigen Stellen kommen.
Hintergrund: Die schooltoeslag ist Teil des seit 2019 bestehenden Groeipakket-Systems, mit dem das frühere Kindergeld in Flandern neu geordnet wurde. Die Vorverlagerung eines ersten Auszahlungstermins vor den Unterrichtsbeginn wurde administrativ etabliert, um anfallende Kosten für Unterrichtsmaterial und Ausstattung rechtzeitig abzufedern.
Interessen und Folgen: Sozialpolitisch dient die frühe Auszahlung der Liquiditätssicherung in Haushalten mit niedrigerem Einkommen. Verwaltungsseitig erhöht die Staffelung bis November die Bedeutung vollständiger und rechtzeitiger Meldungen von Schulen und Familien an die Auszahlungsakteure, mindert aber zugleich das Risiko verspäteter Leistungsgewährung bei unvollständigen Daten. Prognosen zu längerfristigen Verteilungswirkungen bleiben zurückhaltend; beobachtet wird insbesondere, in welchem Umfang die Maßnahme die kurzfristigen Belastungsspitzen zu Schuljahresbeginn dämpft, ohne an anderer Stelle Verzögerungen zu verursachen.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).