Mehrere Supermarktketten in Belgien melden seit der Nacht zum 2. November einen IT-Vorfall, der Kühl- und Gefrieranlagen in zahlreichen Filialen beeinträchtigt hat. Delhaize sprach am Montag von einem „IT‑Incident“, der rund 40 Filialen in Belgien und vereinzelt in Luxemburg betroffen habe. Carrefour Belgium teilte mit, die Störung habe etwa 15 ihrer mehr als 700 Geschäfte berührt. Beide Unternehmen untersuchen den Vorgang und arbeiten mit externen IT-Spezialisten zusammen.
Filialverantwortliche berichteten, Alarmzentralen hätten in den frühen Morgenstunden Temperaturwarnungen ausgesendet. In einzelnen Geschäften wurden empfindliche Waren vorsorglich entsorgt, weil vorgeschriebene Lagertemperaturen zeitweise nicht gehalten wurden. Schadenssummen wurden bislang nicht zentral bestätigt. Laut belgischen Medien gab es auch Hinweise auf betroffene Spar-Märkte; eine landesweite Erhebung liegt jedoch nicht vor.
Technisch prüfen Unternehmen und Behörden, ob es sich um gezielte Manipulationen externer Fernsteuerungen von Kälteanlagen handelt. Aus Schweden wurden am selben Tag ähnliche Störungen gemeldet, bei denen Temperaturregelungen kurzfristig stark erhöht worden sein sollen. Die Parallelen erinnern an eine Attacke in Frankreich Mitte Oktober, bei der ferngesteuerte Kühlsysteme zeitweise außer Betrieb gesetzt wurden. Eine belastbare Zuordnung zu Tätern oder einem konkreten Angriffsmodus liegt in Belgien derzeit nicht vor.
Nach Angaben der Handelsketten blieben Verteilzentren betriebsfähig; Lieferketten seien grundsätzlich intakt. Viele Filialen öffneten regulär, teils mit eingeschränktem Frischeangebot. Die Föderalagentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette (AFSCA) wurde informiert; eine zentrale Bewertung des Vorfalls stand bis zum Redaktionsschluss aus. Aussagen zur Lebensmittelsicherheit stützen sich bislang auf betriebsinterne Kontrollen in den betroffenen Filialen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf Logdaten, Fernzugriffsprotokolle und bekannte Schwachstellen in der Steuerung von Kälteanlagen. Delhaize und Carrefour äußerten sich nicht zu Einzelheiten der Sicherheitsarchitektur, betonten jedoch, Maßnahmen zur Wiederherstellung und Absicherung der Systeme seien angelaufen. Weitere Informationen wollen die Unternehmen nach Abschluss erster forensischer Analysen veröffentlichen.
Hintergrund: Ahold Delhaize, der Mutterkonzern von Delhaize, und andere europäische Händler hatten in den vergangenen Wochen verstärkt Störungen bei vernetzten Kälteanlagen gemeldet. Ob der aktuelle Vorfall in Belgien mit diesen Ereignissen zusammenhängt, ist unklar. Fest steht, dass der Ausfall von Kühlketten unmittelbar betriebswirtschaftliche Folgen für den Handel hat und Behörden wegen möglicher Auswirkungen auf die Lebensmittelsicherheit rasch eingebunden werden.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).