Am 1. Oktober 2026 wurde eine im Auftrag des Service Changements climatiques des föderalen Gesundheits- und Umweltressorts vorgestellte Studie veröffentlicht, die föderale Hebel zur Stärkung der Klimawiderstandsfähigkeit Belgiens aufzeigt. Sie stützt sich unter anderem auf die nationale Risikoabschätzung des Centre d’analyse des risques climatiques (CERAC) sowie die Auswertung jüngster Extremereignisse wie die Hitzewellen und die Flutkatastrophe von 2021.
Die Untersuchung Be-Adapt — erarbeitet von VITO, ICEDD, Ramboll und Möbius — betrachtet zehn klimabezogene Gefährdungen, davon sechs mit vertiefter Priorisierung: Wohnraum in Überflutungszonen, gesundheitliche Risiken durch Hitzewellen, Verwundbarkeit kritischer Energieinfrastrukturen, Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, zunehmende soziale Ungleichheiten mit Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie die Sicherstellung der Kontinuität der Gesundheitsversorgung bei Hitze und Überschwemmungen. Für diese Bereiche formuliert die Studie konkrete föderale Maßnahmen: etwa den Ausbau von Frühwarn- und Informationsketten, die Stärkung der Infrastrukturresilienz, gezielte Unterstützungsprogramme für besonders Verwundbare und klarere Standards für die Kontinuitätsplanung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.
Die Autorinnen und Autoren betonen die Komplementarität von Anpassung und Minderung. Neben der Emissionsreduktion erfordert die bereits sichtbare Zunahme extremer Ereignisse präventive Investitionen, die künftige materielle Schäden mindern und die Versorgungssicherheit stärken können. Als Referenzen nennt die Veröffentlichung die Schäden der Fluten von 2021 sowie gesundheitliche Belastungen während der Hitzesommer, zu denen Auswertungen von Sciensano vorliegen.
Politisch verortet das Papier einen Koordinationsauftrag beim Bund. Die vorgeschlagenen Hebel sollen in die Vorbereitung des Plan fédéral d’adaptation 2027–2031 einfließen. Zugleich unterstreicht die Studie, dass Wirkung und Tempo der Umsetzung von einer engen Abstimmung zwischen Föderalstaat, Regionen, Gemeinschaften und Gemeinden abhängen, da Zuständigkeiten vielfach überlappen.
Der Mehrwert von Be-Adapt liegt in der Bündelung vorhandener Risikoanalysen und ihrer Übersetzung in umsetzbare föderale Maßnahmen. Besonders bedeutsam sind Vorschläge zur Kontinuitätsplanung im Gesundheitswesen und zur sozialen Zielgenauigkeit von Unterstützungen bei Hitze und Überflutung. Hier kann der Bund Rahmen, Finanzierung und Datengrundlagen setzen, während die operative Umsetzung bei den dezentralen Ebenen liegt. Welche konkreten Projekte priorisiert und wie sie finanziert werden, ist eine politische Entscheidung und steht noch aus.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).