Nach einer Serie von Schusswechseln in Brüssel hat der Brüsseler Staatsanwalt Julien Moinil am 28. August 2026 in einer Pressekonferenz eine ernste Lageeinschätzung abgegeben. „Jeder kann eine Kugel abbekommen“, sagte er mit Blick auf Vorfälle, bei denen auch Wohnhäuser und öffentliche Orte getroffen wurden. Moinil betonte, die jüngsten Taten seien keine isolierten Fälle.
Nach Angaben der Ermittler ereigneten sich die Schüsse in mehreren Stadtteilen, darunter Anderlecht, Saint-Gilles und Molenbeek. In einzelnen Fällen wurden Verletzte gemeldet; ob die Vorfälle miteinander zusammenhängen, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Die Zahl der beteiligten Täter, die Herkunft der verwendeten Schusswaffen und mögliche Tatmotive bleiben vorerst offen.
Als unmittelbare Konsequenz kündigten die Behörden eine stärkere Präsenz der Polizei an neuralgischen Punkten und eine engere Abstimmung zwischen den Diensten an. Moinil forderte ausdrücklich mehr Personal für die Ermittlungen sowie eine bessere Verzahnung der Informationen zwischen den sechs Brüsseler Polizeizonen, der Föderalen Polizei und der Brüsseler Staatsanwaltschaft. Auch die regionale Sicherheitsplattform safe.brussels solle konsequenter zur Bündelung von Erkenntnissen genutzt werden.
Hintergrund der aktuellen Gewalt sei nach Einschätzung von Justiz und Innenressort überwiegend die Drogenkriminalität, deren Konflikte sich in offener Gewalt entluden. Die föderale Innenministerin Annelies Verlinden kündigte an, die Zusammenarbeit von Justiz und Polizei weiter zu verstärken. Konkrete Zusagen zu zusätzlichen Stellen oder finanziellen Mitteln lagen am Tag der Pressekonferenz jedoch nicht vor.
Die Behörden ordnen die Lage wie folgt ein: Als gesichert gelten die jüngsten Schussereignisse in mehreren Brüsseler Gemeinden sowie der Zeitpunkt der Stellungnahme am 28. August 2026. Die Einordnung der Ursachen als Folge von Auseinandersetzungen im Drogenmilieu ist eine aktuelle Einschätzung der zuständigen Stellen. Welche politischen oder operativen Folgen daraus entstehen, hängt von bevorstehenden Entscheidungen zu Ressourcen, Organisation und Koordination ab.
In der Region Brüssel-Hauptstadt wird seit Längerem über eine engere operative Steuerung zwischen den Polizeizonen und der Föderalen Polizei diskutiert. Die Ermittler verweisen darauf, dass Tatserien mit wechselnden Tatorten und beteiligten Gruppen nur dann zügig aufgeklärt werden können, wenn ballistische, digitale und nachrichtendienstliche Spuren rasch zusammengeführt werden. Dafür seien – so Moinil – zusätzliche Ermittler, Datenzugänge und klar definierte Schnittstellen notwendig.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).