Die Journées du Matrimoine finden in Brüssel vom 25. bis 27. September 2026 an mehreren Orten der Region Brüssel-Hauptstadt statt. Die achte Ausgabe rückt den 50. Jahrestag jener Reformen in den Vordergrund, die am 14. Juli 1976 in Kraft traten und die rechtliche sowie wirtschaftliche Autonomie verheirateter Frauen in Belgien verankerten. Die Veranstalter betonen, Ziel sei es, Werke, Orte und Biografien von Frauen sichtbar zu machen und sie mit der Entwicklung von Rechten und Teilhabe in Beziehung zu setzen.
Das Programm umfasst feministische Stadtspaziergänge, Ausstellungen, Podiumsgespräche und Workshops zu Geschlecht, Arbeit und städtischem Raum. Beteiligt sind Museen, Kulturzentren und Forschungseinrichtungen in der Hauptstadt. Die Veranstaltungsplattform Matrimonydays kündigt den detaillierten Ablauf an; die Region Brüssel-Hauptstadt unterstützt die Initiative im Umfeld der Heritage Days und ähnlicher Vermittlungsformate.
Historischer Kontext: Die Reform vom 14. Juli 1976 beendete in Belgien die verbliebenen Elemente der gesetzlichen Unmündigkeit von Ehefrauen und stellte Ehegatten im Familien- und Vermögensrecht gleich. Rechtshistorische Darstellungen verorten diese Zäsur in eine mehrstufige Entwicklung seit den 1950er Jahren. Juristische Quellen und spätere verfassungsgerichtliche Entscheidungen verweisen darauf, dass die Angleichung der Rechte in mehreren Etappen vollzogen und ab 1976 kodifiziert wurde. Unstrittig ist das Inkrafttreten der maßgeblichen Novelle im Sommer 1976; ihre wirtschaftlichen und sozialen Wirkungen sind Gegenstand fortlaufender Forschung und politischer Debatten.
Bedeutung und heutige Relevanz: Die Journées du Matrimoine verbinden Erinnerungskultur mit aktuellen Fragen der Gleichstellungspolitik. Durch die Fokussierung auf Erbe, Räume und Beiträge von Frauen schaffen sie Anknüpfungspunkte für Diskussionen über Zugang zu Ressourcen, Arbeitswelten und geschlechtersensible Stadtentwicklung. Aussagen der Organisatoren und die kuratorische Setzung des Programms sind als Zuschreibungen zu verstehen; überprüfbare historische Daten, etwa das Datum 14. Juli 1976, sind davon zu trennen.
Die Veranstalter verweisen darauf, dass die sichtbare Anerkennung weiblicher Akteurinnen in Kunst, Architektur und Stadtgeschichte nicht nur historische Leerstellen schließt, sondern auch den Blick auf gegenwärtige Ungleichheiten schärft. Die Journées du Matrimoine sind damit Teil einer breiteren Saison des Kulturerbes in Brüssel, die unterschiedliche Perspektiven auf die Stadt und ihre Geschichte zusammenführt.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).