Gesellschaft

Belgisches CEASE‑Netzwerk gewinnt weitere Arbeitgeber im Kampf gegen Gewalt in Paarbeziehungen

Laut Koordination vereint das belgische Netzwerk CEASE inzwischen mehr als vierzig Arbeitgeber, die betriebliche Prävention und Unterstützung für Betroffene häuslicher Gewalt aufbauen. Getragen wird die Initiative von Pour la Solidarité und finanziell unterstützt von…

RTBF rückt am 25. August 2026 das Arbeitgebernetzwerk CEASE (Companies Against Sexual and Domestic Violence) in den Fokus: Nach Angaben der Koordination sind in Belgien inzwischen mehr als vierzig Unternehmen und öffentliche Einrichtungen beteiligt. Ziel ist es, Gewalt in Paarbeziehungen als arbeitsrelevantes Thema anzuerkennen, Anzeichen zu erkennen und Betroffene im betrieblichen Umfeld angemessen zu unterstützen. Koordiniert wird CEASE in Belgien von der zivilgesellschaftlichen Organisation Pour la Solidarité; eine finanzielle Förderung kommt unter anderem von equal.brussels. Damit ist die Initiative an der Schnittstelle von Zivilgesellschaft und Regionalverwaltung verankert, nicht als rein unternehmensinterne Maßnahme.

Konkret bietet CEASE eine unternehmensgerechte Charta, E‑Learning und Schulungen für Personalverantwortliche, Führungskräfte und Mitarbeitende. Die Module zielen auf Sensibilisierung, die sichere Ansprache Betroffener und auf klare innerbetriebliche Wege zur Weiterleitung an spezialisierte Dienste. In Brüssel ergänzen Informations- und Koordinationsangebote wie Stop Violence Brussels die betriebliche Ebene; die Förderung durch equal.brussels soll die Verbreitung entsprechender Maßnahmen in der Region stärken.

Praxisbeispiele aus der jüngeren Zusammenarbeit zeigen, dass CEASE bereichsübergreifend mit öffentlichen Stellen und lokalen Initiativen agiert. So nahmen etwa Behörden und Agenturen wie Talent.Brussels an Fortbildungen teil. Der Ansatz richtet sich ausdrücklich nicht auf polizeiliche oder juristische Eingriffe im Unternehmen, sondern auf Prävention, Orientierung und die Schaffung verlässlicher Ansprechpartner, die den Zugang zu professioneller Hilfe erleichtern.

Für Mitglieder ist die Unterzeichnung der CEASE‑Charta, die Teilnahme an Schulungen sowie die Implementierung interner Kommunikationsmaterialien verbindlich. Befürworter sehen darin eine strukturierte Ergänzung zur bestehenden Opferhilfe und einen Beitrag zur Arbeitsfähigkeit von Betroffenen. Kritische Stimmen warnen hingegen vor einer möglichen Verschiebung von Verantwortung auf Arbeitgeber, wenn staatliche Beratungs- und Schutzstrukturen nicht parallel ausgebaut werden.

Stand: 25. August 2026 bleibt festzuhalten, dass das Netzwerk in Belgien weiter wächst und Kooperationen mit regionalen Akteuren vertieft. Damit ist CEASE Teil einer breiter angelegten politischen und zivilgesellschaftlichen Strategie, häusliche Gewalt als gesamtgesellschaftliche Herausforderung auch am Arbeitsplatz anzugehen. Die Entwicklung auf Unternehmensebene ist dabei komplementär zu bundesstaatlichen und regionalen Zuständigkeiten, die Prävention, Schutz und Hilfsangebote rechtlich und organisatorisch absichern.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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