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Belgische Hochschulen fordern Evakuierung gazaischer Stipendiatinnen und Stipendiaten

Mehrere belgische Universitäten verlangen, dass Studierende und Forschende aus dem Gazastreifen mit gültigen Visa oder Stipendien die Einreise nach Belgien ermöglicht wird; die Bundesregierung beruft sich auf operative und rechtliche Hürden.

Kurzmeldung

Mehrere belgische Hochschulen haben die föderale Regierung aufgefordert, gezielte Evakuierungen für Studierende und Forschende aus dem Gazastreifen zu organisieren, die bereits Aufnahmezusagen, Stipendien oder gültige Visa für Belgien besitzen. Universitätsleitungen und Hochschulverbände beklagen, dass zahlreiche Betroffene—darunter promovierte Forschende und Masterstudierende—trotz formaler Zulassungen nicht ausreisen können und daher ihre Studien- oder Arbeitsaufenthalte in Belgien nicht antreten können.

Die Université libre de Bruxelles machte bereits Ende Juli 2025 einen konkreten Fall öffentlich und forderte diplomatische Interventionen: Ein Forscher mit Arbeitsvisum blieb nach Angaben der Hochschule weiter in Gaza blockiert. Hochschulen verweisen darauf, dass abgesagte oder verzögerte Stellen und Forschungsprojekte nicht nur individuelle Existenzen bedrohen, sondern auch langfristig internationale Kooperationen und die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit Belgiens schwächen.

Der Föderale Öffentliche Dienst Auswärtige Angelegenheiten betont dagegen, dass Evakuierungen aus einem aktiven Konfliktgebiet von praktischen Faktoren abhängig seien: verfügbare Korridore, Genehmigungen durch Drittstaaten und Priorisierungsregeln. Offizielle Stellen nennen vorrangig belgische Staatsangehörige und medizinisch hochpriorisierte Fälle; ein gültiges Visum allein begründe demnach noch keinen automatischen Anspruch auf Evakuierung. Menschenrechtsorganisationen, Myria und akademische Netzwerke kritisieren diese Praxis und fordern klare, transparente Kriterien sowie schnelle operative Absprachen zwischen Außen-, Innen- und Bildungsressorts.

Rechtlich gilt: Visum und Aufnahmezusage sind Voraussetzungen für einen Aufenthalt in Belgien, nicht jedoch ein Automatismus für Ausreise aus einem Konfliktgebiet. Fachleute empfehlen deshalb kombinierte Schritte: formelle diplomatische Anfragen, Absprachen mit humanitären Organisationen für sichere Korridore sowie eine Priorisierungsliste für förderberechtigte Stipendiatinnen und Stipendiaten. Hochschulen drängen auf rasche Klarheit, um verlorene Studienplätze, unbesetzte Stellen und beschädigte Partnerschaften zu verhindern. Die Debatte zeigt zugleich ein Spannungsfeld zwischen humanitären Zusagen und den sicherheits-, migrations- und koalitionspolitischen Beschränkungen der belgischen Regierung.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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