Die belgische Arzneimittelbehörde FAMHP hat bestätigt, dass das Sperma eines dänischen Spenders mit einer Variante im Gen TP53 in Belgien zur Zeugung von 53 Kindern geführt hat. Nach Angaben der Behörde überschreitet dies die in Belgien geltende Obergrenze von höchstens sechs Empfängerinnen pro Spender deutlich. Teile der betroffenen Spenden stammen aus den 1990er Jahren und wurden über ausländische Spermabanken an belgische Zentren geliefert.
Die FAMHP (französisch AFMPS, niederländisch FAGG) teilt mit, sie habe die betroffenen Fertilitätszentren informiert, interne Bestandsprüfungen veranlasst und Fälle identifiziert, in denen die gesetzlichen Quoten überschritten wurden. In mehreren Konstellationen seien Kontroll- und Meldepflichten beim Import und bei der Verwendung des Materials nicht lückenlos eingehalten worden. Wo eine Rückverfolgbarkeit möglich ist, erhalten betroffene Familien Informationen und Beratungsangebote.
Die Behörde ließ noch verfügbare Chargen sperren und forderte die Einrichtungen auf, die Verwendung entsprechender Proben auszusetzen und die Dokumentation zu vervollständigen. Sie verweist auf das erhöhte Krebsrisiko, das mit bestimmten TP53‑Varianten verbunden sein kann, und empfiehlt genetische Aufklärung für Empfängerinnen und Spenderkinder. Zugleich betont die FAMHP, dass medizinische Folgen individuell abgeklärt werden müssen und pauschale Schlussfolgerungen nicht angezeigt sind.
Politisch hat der Fall die Diskussion über strengere Regeln befeuert. Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke treibt Gesetzesänderungen voran, darunter schärfere Melde- und Dokumentationspflichten, eine zentrale Kontaktstelle für Spenderkinder und die Abkehr von der vollständigen Anonymität von Spendern im Interesse des Kindes. In parlamentarischen Anhörungen wurden zudem EU‑weite Mindeststandards für Biovigilanz und für die genetische Untersuchung von Spendern gefordert, um grenzüberschreitende Risiken zu begrenzen.
Zur Einordnung verweisen belgische und internationale Berichte auf einen größeren europäischen Zusammenhang: Der betroffene Spender wird mit einer hohen Zahl von Nachkommen in mehreren Ländern in Verbindung gebracht; in Belgien sind 53 Fälle bestätigt. Die FAMHP stellt klar, dass der aktuelle Anlass die Feststellung und Kommunikation dieser belgischen Fälle ist und dass weitere Prüfungen zu Importwegen, Meldeketten und Aufsichtspraxis laufen. Nach Behördendarstellung sollen verbesserte Register und systematische Abgleiche künftige Überschreitungen der Quote verhindern.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).