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Belgien registriert starkes Plus bei Hawala-Ermittlungen seit 2024

RTBF und Partner berichten von deutlich mehr Hawala-Fällen in Belgien. Der Fiskus und die Anti-Geldwäsche-Stelle CTIF verzeichnen seit 2024 markant mehr Verfahren und Meldungen.

Brüssel, 30. August 2026 — Nach Recherchen der RTBF und weiterer öffentlich-rechtlicher Sender taucht das informelle Überweisungssystem Hawala in Belgien deutlich häufiger in Ermittlungen auf. RTBF berichtet, beim Fiskus seien seit 2024 rund dreimal so viele Dossiers mit Hawala-Bezug eröffnet worden. Die Sender stützen sich auf Akteneinsichten und behördliche Angaben; belgische Stellen bestätigen eine spürbare Zunahme der Hinweise.

Amtliche Berichte zeichnen ein ähnliches Bild. Der Föderale Öffentliche Dienst Finanzen (SPF Finances) meldete in seinem Jahresbericht 2024 mehr Verdachtsmeldungen und eingeleitete Verfahren. Die Belgische Finanzinformationszelle CTIF verzeichnete zuletzt steigende Meldungsvolumina und mehr Überweisungen an die Staatsanwaltschaft. Beide Institutionen betonen, dass ein Teil der Verdachtsfälle verwaltungs- oder steuerrechtlich beendet wird und nicht zwangsläufig in Strafverfahren mündet.

In den von RTBF und Partnern ausgewerteten Unterlagen wird Hawala in Belgien vor allem im Umfeld von Drogenhandel, Menschenhandel und Steuerbetrug sichtbar; vereinzelt gibt es in Terrorfinanzierungsakten Überschneidungen. Typische Muster sind parallele Kassen- und Warenströme, Scheinfakturen und die Einschaltung dritter Firmen, um Barzahlungen mit scheinbar ordentlichen Überweisungen zu verschränken. Das erschwert die forensische Nachverfolgung, weil klassische Bankspuren fehlen oder nur Teile der Kette sichtbar werden.

Die belgischen Behörden fordern als Konsequenz engere Informationsflüsse zwischen Finanzaufsicht, Steuerverwaltung und Polizei sowie schnellere grenzüberschreitende Auskunftswege. Europol wird dabei als zentrale Drehscheibe genannt. Auch die Financial Action Task Force (GAFI) hatte in ihrer 2025 veröffentlichten gegenseitigen Bewertung strukturelle Schwachstellen bei der Erkennung informeller Transferkanäle hervorgehoben und eine ausgeweitete internationale Kooperation angemahnt.

Die Redaktionelle Recherche der RTBF und der VRT liefert zugleich Anschauungsfälle für die Funktionsweise von Hawala: Gelder werden über Vermittlerkreise ohne formalen Bankweg verrechnet, häufig gegen Kommission und mit nachgelagerter physischen Kassenabgleichen. Das System an sich ist nicht per se illegal, seine Anonymität macht es jedoch für Geldwäsche attraktiv. Belgische Stellen stufen Hawala daher aktuell als relevantes Risiko für die Integrität des Finanzsystems ein.

Kurzfristig setzen die Behörden auf gezielte Analysen von Bargeld- und Warenströmen, die Auswertung von Scheinfakturen-Netzwerken und den Ausbau von Datenzugängen. Mittel- bis langfristig sollen klarere Sorgfaltspflichten, abgestimmte Prüfprofile und gemeinsame Einsatzgruppen die Erkennung informeller Überweisungswege verbessern. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wird sich an künftig gemeldeten Fallzahlen und an der Zahl gerichtsfester Verfahren messen lassen. Angaben zu Volumina und Dossiers stammen aus dem Jahresbericht 2024, CTIF-Mitteilungen und den jüngst veröffentlichten Recherchen und beziehen sich auf dokumentierte Zeiträume.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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