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Belgien prüft Ausstieg aus gemeinsamer Fregattenbeschaffung mit den Niederlanden

Wegen erheblicher Verzögerungen und Mehrkosten im Programm für U‑Boot‑Abwehrfregatten lässt das Verteidigungsministerium Alternativen zur niederländisch‑belgischen Beschaffung prüfen. Ein Verbleib im Vorhaben soll an feste Zusagen zu Kosten und Terminen geknüpft werden.

Das belgische Verteidigungsministerium lässt infolge anhaltender Verzögerungen und Kostensteigerungen im binationalen Programm für U‑Boot‑Abwehrfregatten Alternativen zur gemeinsamen Beschaffung mit den Niederlanden prüfen. Nach jüngsten Stellungnahmen im September 2026 in der Abgeordnetenkammer fordert das Ressort belastbare Zusagen zur Budgetkontrolle und zu verbindlichen Lieferterminen. Zugleich werden marktverfügbare Schiffsentwürfe anderer Staaten sondiert.

Grundlage des Vorhabens ist ein Memorandum of Understanding, das die Niederlande als führende Nation für Entwicklung und Beschaffung vorsieht; Belgien sollte zwei Schiffe erhalten. In den parlamentarischen Unterlagen ist von einer Verzögerung um rund zweieinhalb bis drei Jahre die Rede. Erste Auslieferungen wären demnach frühestens 2033 realistisch. Nach belgischer Darstellung ist diese Verschiebung mit den Einsatzbedürfnissen der Marine nicht vereinbar.

Als kurzfristige Absicherung plant Belgien zusätzliche Täuschkörper‑Schleppsysteme für die bestehenden M‑Fregatten, die im Frühjahr 2027 zulaufen sollen. Parallel hat das Verteidigungsministerium eine Informationsanfrage an mehrere Werftnationen gestartet, um sofort verfügbare und bereits eingeführte Schiffstypen zu identifizieren. Erwogen werden dem Vernehmen nach Optionen aus Frankreich, Deutschland, Italien und weiteren Ländern. Eine Entscheidung steht aus; ein Verbleib im gemeinsamen Projekt wird an klare vertragliche Zusicherungen zu Kosten und Terminen geknüpft.

Die Verzögerungen haben auch eine bündnispolitische Dimension. Belgien verweist auf Verpflichtungen gegenüber der NATO und auf die vertiefte marine Zusammenarbeit mit den Niederlanden im Rahmen von BeNeSam. Ein einseitiger Ausstieg könnte kurzfristig Fähigkeitslücken verringern, langfristig jedoch die Interoperabilität und die gemeinsame Einsatzplanung mit der niederländischen Marine belasten. Auf niederländischer Seite ist in jüngsten Berichten von Terminrisiken beim Hauptauftragnehmer Damen Naval die Rede; Belgien will daraus keine einseitigen finanziellen Folgen ableiten.

Nach Angaben aus der Abgeordnetenkammer befindet sich das Verfahren derzeit in einer Prüfphase. Konkrete Beschlüsse zu Vertragsänderungen, einem möglichen Ausstieg oder alternativen Beschaffungen liegen noch nicht vor. Zeitpläne und Kostenangaben bleiben bis dahin vorläufig und können sich mit dem Fortgang der Gespräche ändern. Das Verteidigungsministerium betont, dass die Sicherung einsatzfähiger Kapazitäten für die Marine und die Wahrung der belgischen Interessen im Mittelpunkt stehen, unabhängig davon, ob das Fregattenprojekt gemeinsam mit den Niederlanden fortgeführt oder neu aufgesetzt wird.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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