Belgien schickt „Coward“ von Lukas Dhont ins Rennen um den Oscar für den besten internationalen Spielfilm. Eine unabhängige Fachjury traf die Entscheidung am 25. August 2026; das Vlaams Audiovisueel Fonds (VAF) teilte sie öffentlich mit. Der Beschluss gilt als offizieller belgischer Beitrag für die 99. Academy Awards, die im Frühjahr 2027 stattfinden. Der Film soll im Oktober in die belgischen Kinos kommen.
„Coward“ ist nach „Girl“ (2018) und „Close“ (2022) Dhonts dritter abendfüllender Spielfilm. Beide Vorgänger wurden bereits von Belgien für den Auslandsoscar eingereicht; „Close“ erhielt eine Nominierung. Der neue Film ist im Ersten Weltkrieg verortet und erzählt von der Beziehung zweier Soldaten an der Front. Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde die Produktion im Wettbewerb präsentiert; die Hauptdarsteller Emmanuel Macchia und Valentin Campagne wurden dort für ihre Leistungen ausgezeichnet.
Die Auswahl folgt dem etablierten belgischen Verfahren. Eine unabhängige Jury aus Branchenfachleuten entscheidet über den Titel, der für den Wettbewerb um den internationalen Oscar gemeldet wird. Koordiniert wird der Prozess von den zuständigen Förder- und Promotionsstellen; in diesem Fall kommunizierte das Vlaams Audiovisueel Fonds die Entscheidung. Zuständigkeiten und Finanzierungen in der belgischen Filmförderung sind gemeinschaftsbezogen organisiert; neben flämischen Einrichtungen sind üblicherweise auch frankophone Partner in Verfahren und Auswertung involviert.
Für „Coward“ stehen nun die nächsten Stufen des Oscar-Prozesses an. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences veröffentlicht Mitte Dezember 2026 die Shortlist der Beiträge; die Nominierungen sollen am 21. Januar 2027 bekannt gegeben werden. Die Verleihung der Academy Awards ist für März 2027 terminiert. Parallel bereiten Verleih und Festivalstrategie den nationalen Start vor, der als Basis für Sichtbarkeit in Belgien und im Ausland dienen soll.
Die Entscheidung ist für das belgische Kino vor allem kommunikativ bedeutsam. Produzenten und Förderinstitutionen erwarten zusätzliche internationale Aufmerksamkeit und bessere Vertriebschancen. Ob „Coward“ die Shortlist erreicht oder gar eine Nominierung erhält, hängt vom Votum der rund 10.000 stimmberechtigten Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences ab. Prognosen aus dem Branchenumfeld verweisen auf die frühere Oscar-Resonanz für „Close“, zugleich betonen Beobachter, dass Kampagne, Festivalpräsenz und Kritiken in den kommenden Monaten entscheidend sein werden.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).