Gesundheit

Belgien erweitert Expositionstherapie mit VR – Kliniken implementieren, Universitäten evaluieren

Mehrere belgische Kliniken bauen Angebote zur Expositionstherapie in virtueller Realität aus; Forschungsteams an KU Leuven und der Université de Liège evaluieren Methoden und Umsetzung. Qualitätsstandards, Ausbildung und Erstattung bleiben offen.

Kurzmeldung

Zum Stand vom 23. August 2026 berichten belgische Versorgungseinrichtungen und Forschungseinheiten über eine Ausweitung von Angeboten zur Expositionstherapie in virtueller Realität. Klinische Zentren, darunter das Centre de réalité virtuelle am CHU de Charleroi, haben feste VR‑Module in Ambulanzen und Tageskliniken etabliert und bieten Programme für spezifische Phobien wie Aviophobie, Agoraphobie oder soziale Ängste an. Parallel dazu führen Universitäten praxisnahe Studien zu Wirksamkeit, Dosierung und Transfer ins Alltagsleben durch: an der KU Leuven laufen längerfristige Forschungsprogramme zu VR‑gestützter Exposition, und Gruppen an der Université de Liège publizieren und präsentieren Protokolle und Pilotdaten zur Implementation in der Versorgungspraxis.

Die therapeutische Grundlage bleibt die bewährte Expositionstherapie; VR wird demnach als ergänzendes Werkzeug eingesetzt, das graduierte, kontrollierbare Konfrontationen ermöglicht, wenn reale Exposition schwer organisierbar oder unzugänglich ist. Erste Studien und klinische Berichte bestätigen, dass VR‑Exposition in vielen Fällen vergleichbare Effekte wie In‑vivo‑Exposition erzielen kann, insbesondere bei spezifischen Phobien und sozialen Ängsten. Langzeitdaten und groß angelegte Real‑World‑Evidenz sind jedoch weiterhin begrenzt, weshalb Fachleute standardisierte Evaluationsprotokolle fordern.

Offen bleiben mehrere gesundheitspolitische und qualitätssichernde Fragen: welche Ausbildungsanforderungen gelten für Therapeutinnen und Therapeuten, wie sind Datenschutz und Patientensicherheit zu gewährleisten, und unter welchen Bedingungen übernehmen Krankenkassen die Kosten. Das belgische Gesundheitswesen (KCE) berücksichtigt psychologische Behandlungen in seinen Bewertungen; spezifische Rahmenentscheidungen zur Vergütung von VR‑Anwendungen sind bislang regional und projektbezogen geregelt.

Klinisch eröffnet VR niedrigschwellige, gut steuerbare Expositionsmöglichkeiten; gesundheitspolitisch braucht es nun kohärente Standards zu Indikationsstellung, Ausbildung und Finanzierung, um einen sicheren und flächendeckenden Einsatz in Belgien zu ermöglichen. Aussagen zu Erfolgsquoten oder einer flächendeckenden Verfügbarkeit bleiben vorläufig und hängen von laufenden Studien, regionalen Pilotprojekten und künftigen Vergütungsentscheidungen ab.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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