Wirtschaft

Belgien erlebt Boom bei Batterieparks – Netz und Aufsicht reagieren

Projektlisten und Anfragen für großskalige Batteriespeicher steigen stark. Elia und CREG prüfen Kapazitäten, Tarife und Auflagen, während Regionen Genehmigungsregeln schärfen.

In Belgien ziehen großtechnische Batterieparks stark an. Projektlisten von Netzbetreibern und Branchenverbänden weisen seit 2024 deutlich mehr Studien- und Anschlussanfragen aus. Das prägt am 22. Oktober 2026 die energiepolitische Debatte: Kurzfristig stärken die Speicher die Flexibilität des Stromsystems, zugleich verschärfen sie die Engpässe bei Anschlusskapazitäten und die Konkurrenz um knappe Netzressourcen.

Elia und die Verteilnetzbetreiber registrieren eine Vervielfachung von Anträgen, von denen ein erheblicher Teil noch in Orientierungs- und Detailstudien steckt. Netzmanager warnen, dass viele Vorhaben nie gebaut werden, in der Masse aber die Durchlaufzeiten reifer Projekte verlängern. Für Industrieanschlüsse und weitere Erneuerbaren-Projekte kann das Wartezeiten und höhere Planungskosten bedeuten.

Regulatorisch rückt die Tarifgestaltung in den Mittelpunkt. Die föderale Regulierungsbehörde CREG hat Anpassungen an Befreiungen und Sonderregeln auf den Prüfstand gestellt, um wettbewerbsverzerrende Effekte zu begrenzen, falls der Markt eine kritische Größe erreicht. Belgien hatte teils befristete Ausnahmen bei Netznutzungsentgelten gewährt, die Investitionen in Batteriespeicher rechnerisch attraktiver machten. Eine Korrektur dieser Vorteile würde die Wirtschaftlichkeit neuer Projekte spürbar beeinflussen und die Reihenfolge der Realisierung verschieben.

Parallel gewinnen Sicherheits- und Genehmigungsfragen an Gewicht. Maßgeblich sind das Allgemeine Reglement über die Elektrischen Anlagen (AREI) sowie gewestliche Umweltauflagen in Flandern, Wallonien und der Region Brüssel. Das Parlament und zuständige Ministerien haben in den vergangenen Jahren wiederholt Initiativen zur Präzisierung technischer Anforderungen, zum Brandschutz und zur Betriebsführung beraten. Ein formaler Anpassungsprozess des AREI für stationäre Energiespeicher ist in Arbeit; Betreiber und Gemeinden verlangen dabei klare, standortübergreifend anwendbare Regeln.

Für Politik und Aufsicht ergibt sich damit eine dreifache Aufgabe: Erstens die Priorisierung knapper Netzkapazitäten zwischen Speichern, industriellen Großverbrauchern und Erzeugungsanlagen; zweitens eine ausbalancierte Tarif- und Förderarchitektur, die marktreife Projekte ermöglicht, ohne Fehlanreize zu setzen; drittens konsistente Sicherheits- und Betriebsauflagen auf föderaler Ebene und in den Regionen. Welche Projekte tatsächlich ans Netz gehen, hängt entscheidend von der Abstimmung zwischen Elia, den Verteilnetzbetreibern, den drei Regionen und der CREG ab. Prognosen zur realisierten Zubaukapazität bleiben unsicher, solange ein großer Teil der Vorhaben nur als Studie vorliegt. Klar ist jedoch: Der Boom macht Speicher zur sichtbaren Größe im belgischen Stromsystem – und zwingt Netzplanung, Regulierung und Genehmigung zu schneller Koordination.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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