In Belgien wächst das Netz automatisierter Paketstationen spürbar. Nach übereinstimmenden Berichten vom 16. September 2026 und Angaben der Aufsichtsbehörde IBPT gab es Ende 2025 rund 2.844 Standorte. Bis Ende 2026 werden fast 4.300 Paketstationen erwartet. Das entspräche einer Zunahme von rund 48 bis 50 Prozent binnen eines Jahres. Die Projektion basiert auf aktuellen Marktangaben und behördlich erhobenen Meldedaten; sie ist damit gegenwärtiger Anlass der Berichterstattung.
Als wichtigste Betreiber werden bpost, Mondial Relay und Vinted Go genannt. bpost treibt den Ausbau seines „bbox“-Netzes voran und platziert die Stationen verstärkt an Verkehrsknotenpunkten und in Quartierszentren. Mondial Relay und Vinted Go erweitern parallel ihr gemischtes Netz aus Paketstationen und Depotpunkten. Auch Einzelhändler und Immobilienbetreiber öffnen vermehrt Flächen für die Geräte, um Laufkundschaft zu binden und letzte Meter der Zustellung zu bündeln.
Die IBPT – das Belgische Institut für Postdienste und Telekommunikation – verweist auf neue Transparenzpflichten aus der belgischen „loi colis“. Demnach müssen Marktteilnehmer regelmäßig Daten zu Angebot und Nutzung übermitteln. Ein im April 2026 veröffentlichter Vollzugsbericht zur „loi colis“ für das Jahr 2025 sowie flankierende Konsultationen aus März 2026 präzisieren Definitionen, Meldewege und Prüfmechanismen. Ziel ist eine belastbare Marktbeobachtung und Vergleichbarkeit zwischen Anbietern. Die jetzt berichteten Größenordnungen folgen diesen amtlichen Kategorien und wurden von mehreren Medien zusammengeführt.
Hintergrund des Booms sind anhaltend steigende E-Commerce-Volumina, veränderte Abholgewohnheiten und Kostendruck in der Zustellung. Paketstationen sind rund um die Uhr zugänglich, reduzieren Fehllieferungen und können Touren effizienter machen. Kommunen verbinden damit Chancen für weniger Lieferverkehr in Wohnstraßen, gleichzeitig stellen sich Fragen zur Nutzung öffentlichen Raums, zur Barrierefreiheit und zur Einbindung in lokale Logistik- und Mobilitätskonzepte.
Methodisch bleibt zu beachten: Die Zahl der „Standorte“ unterscheidet sich von der Menge der einzelnen Schließfächer; auch Mischformen mit Paketshops werden nicht einheitlich gezählt. Solche Abgrenzungen erklären kleinere Differenzen zwischen einzelnen Veröffentlichungen. Unbestritten ist jedoch der Trend zu deutlich mehr Paketstationen bis Ende 2026. Während die heutige Bestandszahl belegt ist, handelt es sich bei der für Ende 2026 genannten Zielgröße um eine Prognose der Betreiber und eine daraus abgeleitete Markteinschätzung, die auf dem Stand der Berichte vom 16. September 2026 beruht.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).