Belgien verschärft den Kampf gegen Raubkopien im Netz: Der Föderale Öffentliche Dienst Wirtschaft hat am 15. September 2026 eine aktualisierte Übersicht mit Internetadressen und Diensten vorgelegt, gegen die Sperr- oder Unterlassungsmaßnahmen wegen unerlaubter Verbreitung audiovisueller Inhalte in Belgien ergriffen wurden. Zugleich startete die Behörde die Informationskampagne PlayFair, die auf Risiken illegaler Angebote hinweist und legale Alternativen sichtbar machen soll.
Nach Angaben des FÖD Wirtschaft stützen sich die Maßnahmen überwiegend auf Entscheidungen des Präsidenten des Unternehmensgerichts Brüssel. Diese ermöglichen Anordnungen, mit denen Internetzugänge zu einschlägigen Domains oder Servern blockiert oder Betreiber zum Einstellen rechtswidriger Aktivitäten verpflichtet werden. Als Anlass werden Urheberrechtsverstöße beim Angebot von Live-Fernsehen, Bezahlfernsehen, Sportübertragungen, Filmen und Serien genannt.
Die Behörde verweist zudem auf ein seit dem 1. Juni 2024 bestehendes beschleunigtes Verfahren, mit dem in dringenden Fällen der Präsident des Unternehmensgerichts um vorläufige Maßnahmen angerufen werden kann. Die praktische Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit Internetdienstanbietern, Rechteinhabern und Justizbehörden. Ziel ist es, Wettbewerbsverzerrungen gegenüber legalen Diensten zu mindern und Verbraucherinnen und Verbraucher vor Betrug, Malware und Datenmissbrauch zu schützen.
Die Kampagne PlayFair wird gemeinsam mit dem Conseil Supérieur de l’Audiovisuel und Branchenpartnern getragen. Sie richtet sich an Nutzerinnen und Nutzer von Streaming-Boxen, IPTV-Listen und Portalen, die gegen Entgelt oder scheinbar kostenlos urheberrechtlich geschützte Inhalte verbreiten. Hinweise zu rechtlichen Grundlagen und zu zulässigen Angeboten stellt der FÖD Wirtschaft auf seinen Themenseiten bereit.
Kritik begleitet die Maßnahmen weiterhin. Vertreter betroffener Dienste und zivilgesellschaftliche Gruppen fordern mehr Transparenz über Entscheidungsgrundlagen, klare Einsichtsmöglichkeiten in die Listenführung sowie ein wirksames Rekursrecht. Darüber hinaus bleiben technische Umgehungsmöglichkeiten – etwa durch häufigen Domainwechsel oder Auslandshosting – ein praktisches Problem. Eine dauerhafte Eindämmung international betriebener Dienste hängt von grenzüberschreitender Zusammenarbeit und weiteren gerichtlichen Entscheidungen ab.
Fakt ist: Die aktualisierte Übersicht und der Start von PlayFair datieren auf den 15. September 2026. Der FÖD Wirtschaft nennt Urheberrechtsverletzungen als Hauptgrund für die Maßnahmen und setzt auf eine Doppelstrategie aus Prävention durch Aufklärung und Durchsetzung durch gerichtliche Anordnungen.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).