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Anwohner in Sint-Gillis protestieren nach Schüssen gegen Drogengewalt

In Sint-Gillis haben Anwohner am 30. August 2026 am Bethlehemplein friedlich gegen wiederholte Schießereien und organisierte Drogenkriminalität protestiert. Bürgermeister Jean Spinette fordert Unterstützung durch die föderale Polizei.

In der Brüsseler Gemeinde Sint-Gillis haben sich Anwohnerinnen und Anwohner am Sonntag, dem 30. August 2026, am Bethlehemplein zu einer friedlichen Kundgebung versammelt. Der unmittelbare Anlass waren mehrere Vorfälle in den vergangenen Tagen, die das Sicherheitsgefühl im Viertel erschüttert haben. Nach Angaben der Organisatoren – lokalen Nachbarschaftskomitees und Bürgerkollektiven – richtet sich der Protest gegen wiederholte Schießereien und das Umfeld der organisierten Drogenkriminalität.

Als Auslöser für die Mobilisierung gilt unter anderem ein nächtlicher Einsatz der Politiezone Zuid vom 26. August 2026. Dabei wurden im Umfeld des Bethlehemplein mehrere Personen kontrolliert; die Polizei stellte eine Schusswaffe sicher und nahm fünf Personen fest. Die betroffene Polizeizone umfasst die Gemeinden Anderlecht, Forest/Vorst und Sint-Gillis.

Bürgermeister Jean Spinette verurteilte die Vorfälle und forderte zusätzliche, föderal koordinierte Unterstützung. Er drängt auf eine verstärkte Präsenz und ermittlungstaktische Hilfe durch die federale politie. Mehrere Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitiker betonten zugleich, dass repressive Maßnahmen durch Justiz und Polizei mit sozialer Prävention in den betroffenen Vierteln verknüpft werden müssten.

Die Initiativen aus der Zivilgesellschaft sprechen von einem „tief verwurzelten“ Problem, das die Lebensqualität in Teilen von Brüssel beeinträchtige. Gefordert werden eine konsequentere Verfolgung der Hintermänner, schnellere Verfahren gegen einschlägige Straftaten sowie zusätzliche Angebote der Jugend- und Stadtteilarbeit. Die Veranstalter der Kundgebung hoben die friedliche, überparteiliche Ausrichtung der Aktion hervor.

Hintergrund ist eine Serie von Schusswechseln in der Region, die in den vergangenen Wochen wiederholt politische Debatten über Zuständigkeiten und Ressourcen zwischen kommunaler Ebene, der Region Brüssel-Hauptstadt und den föderalen Behörden ausgelöst hat. Sicherheitsbehörden verwiesen zuletzt auf intensivierte Kontrollen, gemeinsame Lagebewertungen und Schwerpunktaktionen in bekannten Brennpunkten. Konkrete neue Maßnahmen oder personelle Aufstockungen wurden bis zum Redaktionsschluss nicht abschließend öffentlich gemacht.

Die heutige Versammlung in Sint-Gillis ist damit sowohl Ausdruck akuter Anwohner-Sorge als auch Teil einer breiteren Diskussion über die Bekämpfung der Drogenkriminalität in der Hauptstadtregion. Ob und in welchem Umfang zusätzliche Unterstützung durch die federale politie kurzfristig verfügbar gemacht wird, blieb zunächst offen.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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