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Antwerpen meldet 615 administrative Festnahmen seit Beginn der Claimer-Aktion

Die Polizei nahm seit Monatsbeginn 432 zuvor bekannte Personen insgesamt 615‑mal vorübergehend fest. Mehr als die Hälfte der Einsätze entfielen auf Antwerpen‑Noord. Opposition kritisiert die verschärfte Linie der Stadt.

Die Antwerpener Polizei hat am 27. Oktober 2026 gemeldet, seit Beginn des Monats insgesamt 615 administrative Festnahmen im Rahmen der verschärften Vorgehensweise gegen sogenannte Claimer vorgenommen zu haben. Betroffen waren 432 Personen, die den Behörden bereits als Verursacher wiederholter Störungen im öffentlichen Raum bekannt waren. Mehr als die Hälfte der Einsätze entfielen nach Polizeiangaben auf Antwerpen‑Noord. Administrative Festnahmen sind präventive Freiheitsentziehungen von bis zu zwölf Stunden zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung; sie ersetzen kein Strafverfahren, können ihm aber vorausgehen. Stand der Zahlen: 27. Oktober 2026.

Der neue Ansatz wurde vom Stadtvorstand Antwerpen in Zusammenarbeit mit der Polizeiführung eingeführt und von der Mehrheitskoalition aus N‑VA und Vooruit politisch getragen. Ziel ist aus Sicht der Behörden, hartnäckige Störungen an bekannten Brennpunkten einzudämmen und die Zugänge zu Wohnungen, Geschäften und öffentlichen Einrichtungen freizuhalten. Die Polizei verweist darauf, dass die Maßnahmen im geltenden Rechtsrahmen erfolgen und jeweils lageabhängig begründet würden.

Gegenwind kommt aus der Opposition. PVDA, Groen und CD&V kritisieren die Kategorisierung „bekannter Störenfriede“ als pauschal und rechtsstaatlich heikel. Sie warnen vor Stigmatisierung vulnerabler Gruppen wie Obdachloser oder Menschen mit Suchterkrankungen und fordern, soziale Hilfsangebote auszubauen, statt auf wiederholte kurzfristige Freiheitsentziehungen zu setzen. Auch zivilgesellschaftliche Akteure äußern Bedenken, wonach die Schwelle für Eingriffe in die Bewegungsfreiheit zu niedrig sein könnte, wenn kein konkretes Delikt vorliegt.

Rechtsexperten verweisen darauf, dass präventive Freiheitsbeschränkungen hohen Anforderungen an Verhältnismäßigkeit, Dokumentation und nachträgliche Überprüfbarkeit unterliegen. Entscheidend sei, wie transparent Kriterien für die Einstufung als Claimer formuliert und in der Praxis nachgehalten werden und welche Rechtsbehelfe Betroffenen offenstehen. Aus dem Umfeld der Stadt heißt es, interne Vorgaben würden präzisiert, und die Umsetzung solle eng evaluiert werden.

Die Debatte hat über den lokalen Anlass hinaus Bedeutung: Sie berührt das Verhältnis von öffentlicher Sicherheit, Sozialpolitik und Grundrechten in einer Großstadt. In den kommenden Wochen ist mit weiterer politischer Befassung im Antwerpener Stadtrat und mit juristischen Bewertungen zu rechnen. Ob der spürbare Rückgang von Störungen, den die Stadt anstrebt, dauerhaft erreicht wird, bleibt vorerst offen – ebenso die Frage, ob der Kurs rechtlich unangreifbar umgesetzt werden kann.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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