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2025 gab es in Belgien so viele Streiktage wie noch nie

Neue Zahlen des Europäischen Gewerkschaftsinstituts zeigen einen Höchststand an Streiktagen im Jahr 2025. Die Welle richtete sich vielfach gegen Sparpläne der föderalen Regierung De Wever.

Belgien hat 2025 einen Rekord an Streiktagen verzeichnet. Das geht aus am 2. September 2026 veröffentlichten Auswertungen des Europäischen Gewerkschaftsinstituts (ETUI) hervor. Demnach summierten sich die Arbeitsniederlegungen auf 1.354.845 Streiktage. Das entspricht 313 Streiktagen je 1.000 Beschäftigte und übertrifft den bisherigen Höchstwert von 299 aus dem Jahr 1999. Insgesamt waren 820.917 Beschäftigte an den Ausständen beteiligt.

Nach Darstellung des ETUI kam der außergewöhnlich hohe Wert nicht durch einen einzelnen Generalstreik zustande, sondern durch zahlreiche lokal und sektoral koordinierte Aktionen, mehrere mehrtägige Ausstände und große Mobilisierungen im öffentlichen Dienst und im Verkehrswesen. ETUI-Forscher Kurt Vandaele betonte, die Dynamik sei durch eine Abfolge längerer Konflikte in mehreren Branchen geprägt gewesen.

Als zentraler Auslöser werden in der Auswertung und in begleitenden Medienberichten Reaktionen auf angekündigte Sparmaßnahmen der föderalen Regierung De Wever genannt. Besonders betroffen waren Bereiche mit hoher Tarifbindung. Arbeitgeberverbände und betroffene Unternehmen verwiesen nach Veröffentlichung der Daten auf spürbare betriebswirtschaftliche Folgen; Verkehrsunternehmen und Infrastrukturanbieter bezifferten Einnahmeausfälle pro Streiktag. Diese Angaben sind den jeweiligen Stellungnahmen der Verbände und Firmen zuzuordnen.

Politisch setzt die Bilanz die Regierung De Wever unter Druck. In der Abgeordnetenkammer und in öffentlichen Stellungnahmen stand die Frage im Vordergrund, wie fiskalische Konsolidierung mit dem sozialen Frieden vereinbart werden kann. Rechtlich selbst ändert die Statistik nichts; sie liefert jedoch einen Bezugsrahmen für laufende Verhandlungen über Löhne und Pensionen sowie für künftige Branchenabkommen.

Die veröffentlichten Zahlen ordnen sich in langfristige Entwicklungen ein: Belgien weist im europäischen Vergleich traditionell eine starke gewerkschaftliche Organisation und eine hohe Tarifabdeckung auf. Gleichwohl markiert das Jahr 2025 in Umfang und Intensität der Arbeitskämpfe einen Ausreißer nach oben. Ob die Protestintensität 2026 anhält, ist offen; das ETUI trifft hierzu keine Prognose. Fest steht, dass die jetzt vorgelegte Bilanz den Beteiligten in Politik, Unternehmen und Gewerkschaften einen datengestützten Ausgangspunkt für die nächsten Runden der Sozialpartnerschaft bietet.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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